Sonntag, 24. März 2013

Laufen - Gedanken nach knapp 1,5 Jahren

Das letzte Mal habe ich im Oktober über's Laufen geschrieben, und wollte eigentlich erst im April wieder, nach einem weiteren halben Jahr oder 450km. Aber sei's drum ;)

Seit Ende Oktober sind etwa 5 Monate und 410km vergangen. Mein erster durchgelaufener Winter. Ich war tatsächlich bei jedem Wetter draußen. Und es war gar nicht schlimm, ganz im Gegenteil - am kältesten Tag waren es -14°C bei strahlendem Sonnenschein und so wunderschön, aber auch die Schneetage haben Spaß gemacht. Als erste durch 15cm frischen Schnee zu laufen hat auch was und man hat länger was davon, weil es so viel anstrengender ist als ohne Schnee ;)


Die Kleidung habe ich nach dem Zwiebelprinzip geschichtet und vor allem nur Funktionskleidung verwendet. Das einzige, was für mich wirklich überflüssig war, waren die Handschuhe. Ich habe sie einmal mitgenommen und dann nie wieder. Für die ersten 10 Minuten bleiben die Hände in den langen Jacken- und Shirtärmeln warm genug und danach brauche ich sowieso keine Handschuhe mehr.
Im Schnee unverzichtbar waren dagegen die Legwarmers, die verhindert haben, dass die Knöchel nass werden und das Schmelzwasser von oben in die Schuhe läuft. :)


Die Schuhketten haben sich bei Schnee- und Eisglätte mehr als bewährt, ohne sie wäre ich bestimmt nicht bei jedem Wetter rausgegangen, außerdem waren die Goretex-Laufschuhe Gold wert. Trockene warme Füße sind nicht zu verachten :)


Das geplante Aufbautraining hat gut funktioniert und ich bin schon am 31. Oktober das erste mal wieder über eine Stunde gelaufen. Langsam, aber immerhin ;), 7,5km in 1:15h.
Mitte November war ich mit "Ease into 5K" mit Woche 8 fertig und bin ab dann wieder einfach so gelaufen, 30- bis 45-Minuten-Runs, und immer schön langsam.


Für den immer noch etwas empfindlichen Knöchel habe ich mir außer meiner normalen Kompressionssocke noch eine etwas dünnere Sportbandage aus Funktionsmaterialien gekauft, was beim Laufen deutlich angenehmer ist. Erst jetzt lasse ich die Bandage ab und zu weg, aber dauerhaft ohne geht es immer noch nicht.


Meine normale Laufrunde ist inzwischen wieder meine 5,2km-Lieblingsstrecke "den Berg rauf" und ich hatte im Oktober recht mit meiner Vermutung, dass ich etwas längere Strecken brauche, damit ich in den Rhythmus komme und es wieder mehr Spaß macht - mindestens 4km sollten es sein.


Der erste Kilometer geht meistens gut und leicht, der zweite ist doof, beim dritten würde ich am liebsten sofort heimgehen, aber ab km 4 ist alles gut :) und dann entscheide ich nach Tagesform, ob ich noch weiter laufe oder nur meine Standardrunde beende. Wenn es gut geht, können es auch 7 bis 8km oder mehr werden.


Seit Mitte Februar laufe ich etwas weniger, bzw. kürzere Strecken, selten über 6km, nachdem ich wieder mit Yoga angefangen habe. Das scheint mehr Energie zu brauchen, als ich vermutet hatte (und blockiert außerdem einen Tag, evtl. sogar 2 wegen des folgenden Muskelkaters ;)), und so sind es derzeit statt 20-25km pro Woche nur noch 15-20km.


Dafür nutze ich die kurzen Strecken für etwas anderes: Tempoaufbau. Ich will nach wie vor nicht besonders weit oder besonders schnell laufen, aber ein bisschen Abwechslung schadet nicht, und so laufe ich statt 45 Minuten Dauerlauf ab und zu 25-30 Minuten schnelle Intervalle.


Apropos Abwechslung: Nachdem ich weiblich bin und Schuhe nie verkehrt sind, fand ich es natürlich ganz wunderbar zu lesen, dass man so viele Paar Laufschuhe haben sollte wie man in der Woche laufen geht - zum Durchwechseln, damit die Muskeln sich nicht zu sehr an ein Paar und eine Belastung gewöhnen.

Neben meinen normalen Laufschuhen und den Goretex-Schuhen (die nicht zählen, denn das sind ja Spezialschuhe ;)), habe ich nun noch ein Paar leichtere Laufschuhe, die in die Klasse "Übergang zu Minimalschuhen" passen, die perfekt sind. Ich brauchte so gut wie keine Anpassungzeit und ich spüre sie praktisch nicht, man kann sie beim Laufen einfach vergessen.
Ein Paar noch mehr reduzierte Schuhe ist unterwegs zu mir - ich bin sehr gespannt, wie sie sich anfühlen werden.

Nach einem weiteren knappen halben Jahr kann ich also zusammenfassend sagen, dass ich wieder regelmäßig laufe, die gleichen Strecken bzw. die gleiche Laufdauer wie vor dem Bänderriss, und dass ich etwas schneller geworden bin, vor allem seit dem Wechsel auf die Natural Running Schuhe.
Ich habe nicht vor, in absehbarer Zeit mit dem Laufen aufzuhören, dazu tut es mir einfach zu gut, und ich bin überzeugt, dass es mir geholfen hat, diesem Winter trotz der langen sonnenlosen Phasen, die mir sonst immer sehr zu schaffen gemacht haben, gut zu überstehen.

Und jetzt freue ich mich auf das nächste halbe Jahr und darauf, im Sommer an der floridianischen Golfküste barfuß am Strand zu laufen ;)


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