Freitag, 8. August 2008

Und wieder etwas ausprobiert: Baumwolle

Baumwolle im Kammzug. So ganz anders als Wolle.
Sehr kurz, sehr trocken, teilweise rutschig, teilweise sehr störrisch und aneinanderhaftend und schwer ausziehbar.
Hält trotzdem beim Spinnen schlecht zusammen, braucht sehr sehr _sehr_ viel Drall, und das schnell ;)

Meine ersten Experimente mit Baumwolle habe ich, wie eigentlich immer bei einem neuen Material, mit der Spindel gemacht. Ich habe die leichte Spindel von Butterflygirl genommen (14g) und es einfach probiert.
Das Ergebnis war zwar ein halbwegs stabiler Faden - aber auch ein sehr unregelmäßiger Faden.
Den nächsten Versuch habe ich mit der Spindolyn unternommen, die eine supported spindle ist (wie heisst das auf deutsch?) und dadurch kein Gewicht am Spinnfaden hängt.
Der Faden wurde ok und auch schon gleichmäßiger, aber insgesamt war mir die Spindolyn zu langsam und es dauerte eeeewig, genügend Drall in den Faden zu bekommen.

Erst nach diesen ersten Versuchen habe ich zum Lendrum mit dem Very Fast Flyer gewechselt - und schwer damit gekämpft, bis ich den Bogen halbwegs raus hatte :)

Am besten komme ich jetzt mit 26:1 bis 30:1 zurecht, und 44:1 zum Zwirnen.
Ich spinne lieber aus einer Art Wolke als direkt aus dem Kammzug: ich reiße mir kurze Stücke Kammzug ab, lockere sie auf und rolle sie quer zur Faserrichtung zu etwas fluffigem Rolag-ähnlichem, das ich dann von einem Ende mit langem Auszug (Armlänge) spinne.


Und so sehen meine ersten 10g/41m zweifädiges Baumwollgarn aus:
First Handspun Cotton


Eine Münze zum Vergleich habe ich vergessen, reicht auch eine Katerpfote? :)
First Handspun Cotton

edit:
Na gut, doch nochmal mit Münze:
First Handspun Cotton

Was sagt das nun über die Größe der Katerpfote aus? ;)

Kommentare:

  1. Mit der Baumwolle hast Du ja eine Weile gekämpft. Glückwunsch!

    Wenn eins meiner Viecher eine Pfote an der Wolle hätte, würden die 10g nach doppelt so viel aussehen. Katzenpfoten eignen sich nur bedingt zum Größenvergleich. *g*

    LG,

    Angela

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  2. Für einen Katzen-Laien und Spinn-Anfänger wie mich reicht die Katzenpfote um zu sagen, dass die Wolle super aussieht und der Strang wirklich viel kleiner ist als ich gedacht hätte.

    Wirst du nun Woll- und Seidenabstrünnig oder ist das nur ein kleiner Ausflug? :)

    Grüße

    Julia

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  3. Das sieht irgendwie fluffig aus... ich spinne ja doch einen recht festen Faden...

    Übrigens ist Baumwolle meine "Standardfaser" beim Spinnen. Also: üben üben üben, dann klappt es auch mit der Baumwolle ;-)

    LG Steffi

    Ach ja, einen Tipp wenn du den langen Auszug bei Baumwolle machst: mit ein wqenig Übung kannst du auch die dickeren Stellen noch ausziehen, ohne umzugreifen... da muß nur in den dünneren Stellen genug Drehung sein damit sich diese nicht weiter ausziehen.

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  4. @julia:
    nein, ich laufe nicht über zur wollfreien seite, ich muss nur alles ausprobieren ;)

    erwähnte ich, dass ich auch noch 500g kuschelweiches weißes babyalpaka habe, das aufs verspinnen wartet? und lammwolle? nicht zu vergessen die merino-seide-mischungen? und ich brauche noch ein bisschen bluefaced leicester, das verspinnt sich soooooo schön und ist weich und schimmert und ist einfach ein traum... nein, ohne tierhaare gehts nicht ;)

    @steffi:
    ja, das ist recht fluffig. ich habe es zum schluss nicht direkt aus dem kammzug gesponnen, sondern 2-3 stapellängen gezupft, zu rolags gerollt und von einem ende mit sehr langem auszug gesponnen.

    ich weiss, dass ich die dicken stellen noch ausziehen kann und bei den "rolags" funktioniert das auch gut, aber aus dem kammzug krieg ich es nicht hin, auch bei wolle nicht.

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